Historie der Markt Apotheke

Apotheker Rudolf Wehrkamp aus Gehrde (1872 - 1959)

1921 gründet Rudolf Wehrkamp die erste Apotheke in Bersenbrück im Harmelingschen Hause auf der Lindenstraße,

1923 verlegt er die Apotheke an den Marktplatz,

1938 Apotheker Gerd H.Bergmann pachtet die Apotheke von R.Wehrkamp von 1938 - 42, geht aber 1940 in den Heeresdienst, so dass Wehrkamp noch von 1940 - 42 in seiner Apotheke dienstverpflichtet wird,

1942 Maria - Regina Wenzel pachtet die Apotheke von Wehrkamp,

1959 erhält Maria - Regina Wenzel  nach  Rudolf Wehrkamps Tod die Konzession,

1968 Apotheker Gerhard König pachtet die Apotheke von Maria - Regina Wenzel,

1978 wird Gerhard König Eigentümer der Apotheke,

2000 Apotheker Gunther König pachtet die Apotheke von seinem Vater Gerhard König,

2010 wird Gunther König Eigentümer der Apotheke.

 

 

 

 

Apothekerin Maria - Regina Wenzel (1901 - 1990)

 

    (Marktplatz mit Klosterpforte und der späteren Markt-Apotheke im Jahre 1903)

(Marktplatz mit Klosterpforte und der  Markt-Apotheke Weihnachten 1954)

 

Zeitungsartikel zum 85-jährigen Bestehen der Apotheke

Rudolf Wehrkamp war der erste Bersenbrücker „ Pillendreher“

(Rudolf Wehrkamp zu Höne 1872 – 1959, Gründer der Apotheke)


Im Bersenbrücker Jubiläumsjahr 2006 (50 Jahre Stadt, 775 Jahre Kloster) kann auch die erste Apotheke Bersenbrücks auf ein 85 jähriges Bestehen zurückblicken, wobei sie für diese Zeit ein Stück Heimatgeschichte schreibt.

In dieser Zeit machte nicht nur die Apotheke einen enormen Wandel durch, auch die Bersenbrücker Einwohnerzahl stieg von rund 700 auf nunmehr fast 8000 Bewohner.

Lag die Zahl der Fertigarzneimittel damals beim Apotheker Wehrkamp bei etwa 150, lagern in der Markt-Apotheke heute ca. 18 000 Fertigarzneimittel.

(Ausgangsstoffe für die Arzneiherstellung um 1950)


Ab 1913 gab es in Bersenbrück nur eine kleine Hausapotheke des Arztes Dr. Josef Möllering im ehemaligen Krankenhaus in der Hasestraße.

Am 6. Mai 1919 war in der Bersenbrücker Zeitung zu lesen: „In der gestern im Hengholt´schen Saale stattgefundenen Gemeindeversammlung wurde beschlossen, zur Errichtung einer Vollapotheke dem Apotheker einen jährlichen Zuschuß zusammen mit den Kirchspielgemeinden von 1000 Mark zu gewähren, solange dessen jährliches Einkommen 5000 Mark nicht übersteigt.“

Rudolf Wehrkamp, 1872 in Drehle geboren, eröffnete als erster Bersenbrücker Apotheker am 15.02.1921 seine „ Apotheke und Drogenhandlung“ im Hause Harmeling (alte Sparkasse). Bereits zwei Jahre später verlegte er die Apotheke an den Marktplatz, in das ehemalige Amtmannshaus. 

(Apotheke am Marktplatz um 1935) 

Tägliche Arzneimittellieferungen kannte man noch nicht, Handelsvertreter – auch „Reisende“ genannt – notierten die Wünsche der Apotheker. Während heute der Hauptanteil der Arzneien von der Pharmaindustrie produziert wird, fiel die Herstellung damals in den  Aufgabenbereich des Apothekers und seiner Helfer.

1938 wurde die Apotheke kurzzeitig an H.G. Bergmann und 1942 an Maria-Regina Wenzel verpachtet. Frau Wenzel war die erste Apothekerin in Hannover, die als Frau diesen bis dahin den Männern vorbehaltenen Beruf ausübte.

1968 pachtete der in Essen geborene Gerhard König die Apotheke. Neuordnungen waren mit Umbauauflagen versehen, so dass Apotheker König während der Umbauphase in der Marktschule eine „Notapotheke“ einrichten musste.

Im September 1969 konnte die völlig neu gestaltete Apotheke mit einer von 65 Quadratmetern auf 130 Quadratmeter erweiterten Betriebsfläche im Haus Am Markt 2 wieder eröffnet werden. Gleichzeitig begann man als eine der ersten Apotheken im Osnabrücker Raum das EDV-System einzuführen.

1979 wurde die Betriebsfläche der Apotheke erneut auf 190 Quadratmeter vergrößert.

(Der Bersenbrücker Marktplatz 1985)

1990 konnte die Familie König das Haus von den Erben Wenzels kaufen. Zwei Jahre später begann man mit der Restaurierung des Ostgiebels. 1994 erfolgte der Rückbau der 1969 „modernisierten“ Nordfassade.

(Der Bersenbrücker Marktplatz 2011)

Im Juni 2000 übernahm Gerhard Königs ältester Sohn Gunther die Apotheke seines Vaters. Im Anschluss an sein Studium der Pharmazie in Braunschweig sammelte er sechs Jahre lang wertvolle Erfahrungen sowohl in Apotheken in Düsseldorf und Osnabrück als auch durch seine Tätigkeit als Leiter von Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der pharmazeutischen Industrie.

Seit Übernahme der Apotheke durch die Familie König im Jahre 68 wurden 31 Anwärterinnen erfolgreich in pharmazeutischen Berufen ausgebildet, von denen Gunther König bereits sieben auf ihrem beruflichen Werdegang kompetent begleitet hat.

Nach 85 Jahren präsentiert sich am Markt äußerlich eine „ alte Apotheke“ , die im Innern aber stets jung geblieben und mit modernsten Hilfsmitteln ausgestattet ist.

 

(Digitale Analysenwaage heute)

 

(Analysenwaage 1930)

 

(Moderne Rezepturwerkbank zur aseptischen Herstellung von Salben, Cremes, Lösungen und Tropfen) 

Damals wie heute ist es die Aufgabe der Apotheken, vor Ort die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Die meisten Verordnungen können sofort beliefert werden.  Selten nachgefragte oder nicht lagernde Arzneimittel werden in der Regel noch am selben Tag besorgt. 

Zusammen mit den Kollegen im Dienstkreis wird eine ortsnahe Arzneimittelversorgung auch außerhalb der Geschäftszeiten und an Feiertagen gewährleistet (Notdienst).

Trotz aller industriell gefertigten Arzneimittel sind manchmal individuell für den Patienten abgestimmte Rezepturen notwendig. Die Apotheke vor Ort stellt sie her.

(Topitec® Gerät zum automatischen Mischen von Salben und Cremes)

Sehr wichtig ist die Information zur sicheren und richtigen Anwendung der Arzneimittel. Viele Arzneimittel haben gegenseitige Wechselwirkungen, diese können von unangenehm bis zu gesundheitsschädlich reichen. Auch so einfache Fragen wie „Kann ich trotz meines Medikamentes ein Glas Wein zum Essen trinken?“ können Apothekerinnen und Apotheker zuverlässig beantworten.